10.000 Euro anlegen

Erfahre in diesem Beitrag wie ich 10.000 Euro an der Börse investieren würde. Zudem beantworte ich die Frage, ob Tagesgeld eine sinnvolle Alternative ist.
10.000 Euro anlegen

10.000 Euro anlegen - Tausend Möglichkeiten und am Ende bleibt´s beim Tagesgeld?

Sind wir doch mal ehrlich: Bei vielen läuft das genau so. Am Monatsende bleibt was übrig und das wandert dann in unregelmäßigen Abständen per manueller Überweisung auf das Tagesgeldkonto und wird dort von Negativzinsen und Inflation unter Beschuss genommen. Vermögensvermehrung = Fehlanzeige. 

Doch es kann auch anders laufen: Investieren nach Plan an der Börse. Selbstständig und regelmäßig. Klingt erstmal anstrengend. Ist aber ganz einfach. Zuallererst stellst Du Dir die wichtige Frage:

Kannst Du auf die 10.000€ für mindestens 10 Jahre verzichten?

Wenn Du diese Frage eindeutig mit JA beantworten kannst, dann kann es losgehen. Verabschiede Dich schon einmal vom stetigen Wertverlust Deiner Ersparnisse und freue Dich darauf, dass von nun an Dein Geld für Dich arbeiten wird und nicht nur umgekehrt.

Solltest Du die Frage allerdings mit NEIN beantworten, dann bedenke, dass Du immer einen Notgroschen auf der Seite haben solltest. Falls Etwas ist. Kaputtes Auto. Waschmaschine. Das sollte klar sein. Investiere nur das Geld an der Börse, was Du nicht in naher Zukunft brauchst. Alles andere kann Dir schlaflose Nächte verursachen; das wollen wir nicht.

Der Plan

Alles Gute beginnt auch mit einem guten Plan. Wenn Du Dein Geld selbst erfolgreich anlegen möchtest, dann wirst Du schnell bemerken, dass Du dafür selbst auch die Verantwortung übernehmen solltest. Ich mache es kurz und knapp: wenn Du zwischen Dir und Deiner Geldanlage noch eine weitere Person „dazwischen“ hast, dann wird meist der Löwenanteil, der Mehrwert eines Investments, auch an diese Person oder Institution gehen und nicht auf Deinem Konto landen. Also mache es doch am besten selbst; mit einem guten Plan. Hierzu würde ich mir die folgenden Fragen beantworten:

1. Wohin soll gespart werden?

Wir machen jetzt einen kleinen Zeitsprung und überspringen das studieren der modernen Portfoliotheorie  und die ganzen „von Gier getriebenen“ Versuche, über Nacht reich zu werden mit dem nächsten Anlagehype, über den morgen schon wieder alle lachen. Wir konzentrieren uns also auf das, was wirklich funktioniert. Das, was die letzten 50 Jahre funktioniert hat und auch in den kommenden 50 Jahren funktionieren wird: das Investieren in breit gestreute, weltweite Marktindizes… und wir wollen es einfach halten, deswegen fokussieren wir uns auf ein Produkt, was die ganze Welt abdeckt. So ziemlich jeder, der sich mit der eigenen Finanzverwaltung auseinandersetzt, landet über kurz oder lang beim MSCI World oder noch besser, beim MSCI ACWI (All Country World Index). 

2. Sollen Erträge (Dividenden von ausschüttenden Aktien innerhalb des Aktienindex MSCI ACWI) direkt wiederangelegt werden oder auf Deinem Konto landen?

Wenn Du möchtest, dass auf lange Sicht der Zinseszinseffekt für Dich arbeitet und Du auf keine regelmäßigen Ausschüttungen angewiesen bist, dann wählst Du hier die thesaurierende Variante, einen Thesaurierer.  

Auf der anderen Seite kannst Du auch ein ausschüttendes ETF wählen, wenn Du möchtest, dass Aktiendividenden aus Deinem gewählten Index in regelmäßigen Abständen auf Deinem Konto landen sollen. Einige wählen diese Variante, um beispielsweise den Freistellungsauftrag für Kapitalerträge jährlich auszuschöpfen um sich somit vielleicht den lang ersehnten Urlaub oder diverse Anschaffungen zu finanzieren. 

3. Der Broker

Hier gibt es nicht viel, was Du falsch machen kannst. Wichtig ist, dass Du einen Online-Direktbroker wählst, wo eben die Kosten für den Handel mit ETF-Anteilen möglichst gering sind. Natürlich unterscheiden sich die Gebührenmodelle der Broker untereinander … doch betrachtet man das Gesamtkonstrukt, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn Du mit sehr hohen Beträgen agierst, achte darauf, dass Du möglichst einen pauschalen Fixbetrag pro Order hast und wenn Du eher kleine Beträge über die Börse investierst, dann ist meist ein kleiner prozentualer Anteil, der bei jeder Order in Rechnung gestellt wird, vorteilhafter. Eine Faustformel gibt es nicht, doch mit Hilfe des Excel-Tools in meinem Online-Kurs kannst Du die Gebührenmodelle verschiedener Online-Broker bezogen auf Deine Investitionssummen vergleichen und Deinen Favoriten finden. Achte jedoch nicht nur auf das Preis-und Leistungsverzeichnis; eine einfache Handhabung und Etablierung am Markt seit einigen Jahren sollten nicht außer Acht gelassen werden. Mit den Klassikern wie comdirect, flatex oder Consorsbank machst Du in jedem Fall nichts verkehrt.

4. Kaufen

Entweder Du investierst die 10.000 Euro direkt mit einer einzigen Order oder Du teilst den Betrag auf und investierst ihn beispielsweise innerhalb eines Zeitraums von 5 Monaten. Bei Variante Nummer zwei würdest Du also innerhalb der nächsten 5 Monate jeden Monat für 2.000 Euro ETF-Anteile des MSCI World oder des MSCI World ACWI erwerben. 

5. Fertig

Jetzt gibt es nichts mehr zu tun. Um die Rendite Deines Investments nicht sinnloserweise nach unten zu korrigieren, vermeidest Du Transaktionskosten, indem Du nicht jährlich ein noch besseres ETF findest, was vermeintlich eine höhere Rendite aufweist. Lass die Finanzexperten gern neue Hypes um spezielle Märkte und Trends kreieren doch springe nicht auf den Zug des Mainstreams auf, indem Du Deine Entscheidungen von den Meinungen anderer abhängig machst. Du selbst kannst das am besten.

Was ist jetzt mit der Alternative Tagesgeld?

Ups, die habe ich fast vergessen. Eben darum, weil sie keine wirkliche Alternative ist. Beispielrechnung gefällig? Let´s go….

Variante 1: Tagesgeld (10.000€): 

…macht bei durchschnittlichen 0,25% 10.253,12€.

Variante 2: ETF Thesaurierer (10.000€):

TER (Gesamtkostenquote): 0,40% und 5,90€ einmalig bei Direktkauf:

…mach bei durchschnittlichen 8% Marktrendite 21.318,99€.

Spätestens hier sollte jeder erkannt haben, dass Tagesgeld keine wirkliche Alternative ist außer für den Notgroschen, den man sowieso bei Seite haben sollte. Zudem habe ich in meiner Berechnung keine Inflation mit eingerechnet, die die Kaufkraft noch schmälern würde. Auch wage ich zu behaupten, dass 0,25% auf´s Tagesgeld derzeit wirklich eine Herausforderung ist. Wer da passende Angebote von seriösen inländischen Banken findet, hat sicherlich einiges an Zeit und Recherche investiert. Bleibt die Frage: Für was? Für 253,12€ nach 10 Jahren, die dann noch versteuert werden müssen? Nein Danke, da erfreue ich mich doch lieber an einer ETF-Strategie, die wirklich dafür sorgt, dass mein Geld arbeitet. Und wenn tatsächlich die nächste weltweite Wirtschaftskrise kommt, dann sitze ich die einfach aus.

Stefan Wirth

Stefan Wirth

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Über Stefan Wirth

Schön, dass Du hier bist! Meine Name ist Stefan und ich bin auf einer Mission: ich möchte Dir die Kontrolle über Deine Finanzen wieder in Deine eigenen Hände übergeben – ohne wenn und aber. Du kannst das am besten! Über 10 Jahre lang habe ich wertvolle Erfahrungen an der Börse und in Finanzinstituten gesammelt. Funktionierende Strategien möchte ich jetzt gern an Dich weitergeben. Viel Spaß damit!

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