Börse einfach erklärt

Börse einfach erklärt: erfahre in diesem Beitrag, was eine Börse ist und wie der Handel mit Wertpapieren in der Praxis funktioniert.
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Wir alle denken in Schubladen. Mich eingeschlossen. Doch ich habe gelernt, die Inhalte gelegentlich einer objektiven Prüfung zu unterziehen.

Wieso ich das sage?

Weil viele Menschen, die noch nie selbst eine Aktie oder einen ETF gekauft haben, bei dem Begriff Börse intuitiv sofort an den Klassiker mit Leonardo DiCaprio denken. 

The Wolf of Wall Street.

Direkt ohne Umwege und nahezu ausschließlich. Als ob es nur das gäbe. Natürlich ist der Film grandios und vermittelt mehr als nur unterhaltsam, wie damals der Werkzeugkasten Börse von profitorientierten Verkäufern hinterhältig benutzt wurde, um Kleinanleger durch den Traum vom schnellen Reichtum um ihre Ersparnisse zu bringen…. doch der Film vermittelt nicht, wie es ohne die schmierigen Verkäufer auf lange Sicht mit Eigeninitiative eben doch funktioniert. Stetig, nahezu ohne Zeitaufwand und leise ohne diese ganzen wilden Parties und das Tam Tam drumherum. 

Oder anders formuliert: Wenn Du Dein Geld lieber an Vermittler von Finanzprodukten „spenden“ möchtest (wie im oben genannten Film), dann bist Du hier falsch. Wenn Du Dein Geld selbst erfolgreich an der Börse anlegen möchtest, sodass Gewinne auch in Deiner Tasche landen, dann bist Du hier goldrichtig.

Was ist eine Börse?

Eine Börse ist ein nach bestimmten Regeln organisierter Markt von vertretbaren Sachen wie beispielsweise Wertpapiere (Aktien, Anleihen), Devisen (Währungen), Edelmetalle oder auch Rohstoffe wie die berühmt-berüchtigten Schweinebäuche.

Eine Börse bringt Angebot und Nachfrage zusammen. Die Kursfeststellung – also der Preis – richtetet sich während der Handelszeiten nach Angebot und Nachfrage. 

Die dafür notwendigen Prozesse sind standardisiert und reguliert, weswegen beispielsweise börsennotierte Aktiengesellschaften im Regelfall quartalsmäßige Offenlegungen vorlegen müssen.

Für den Anleger haben die standardisierten Prozesse den Vorteil, dass die Handelskosten sehr gering sind. Wenn jeder Käufer und Verkäufer sich selbst in Eigenregie ohne die Börse eine Gegenpartei suchen müsste (sogenannter OTC-Handel; over the counter), um dann ein individuelles Geschäft auszuhandeln, wäre dies nicht nur unglaublich zeitintensiv und ineffizient sondern auch viel kostspieliger. 

Börsen werden unterschieden nach Warenbörsen (z.B. Rohstoffe), Terminbörsen (z.B. Derivate), Devisenbörsen (Handel von Devisen in Fremdwährungen) und Wertpapierbörsen (z.B. Aktien und Anleihen). Zudem gibt es noch viele weitere Börsenarten wie beispielsweise Dienstleistungsbörsen, Strombörsen, Softwarebörsen oder auch Emissionsbörsen. Die Funktionsweise jedoch ist immer die gleiche: das Zusammenführen von Angebot und Nachfrage.

Die Deutsche Börse dürfte vielen ein Begriff sein. Sie selbst ist im DAX als eines der 30 wertvollsten deutschen Unternehmen gelistet und verdient Geld durch Börsenkommissionen beim Handel von Wertpapieren. 

Früher gab es ausschließlich den sogenannten Parketthandel, wo eine Person als Market Maker agiert und per Zuruf – und dadurch zugegebenermaßen sehr subjektiv – den Handelspreis durch den Abgleich von Käufern und Verkäufern bestimmt hat. 

Heute entfallen mehr als 90 Prozent des gesamten Aktienhandels an allen deutschen Börsen und ca. 30 Prozent des Handels mit ETFs in ganz Europa auf den elektronischen Handelsplatz Xetra der Deutschen Börse. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: höchste Liquidität, fairer Handel und ein großer Marktplatz mit vielen Teilnehmern. 

Der Handel auf Xetra findet montags bis freitags von 9.00 bis 17:30 statt. In Bezug auf einen ETF-Sparplan sind Börsenöffnungszeiten natürlich nicht relevant. Möchtest Du jedoch einen Einmalkauf durchführen, dann solltest Du die Handelszeiten beachten, um beim Kauf auch aktuelle Preise zu sehen. 

So entsteht ein Börsenkurs: Kursfeststellung im Orderbuch

Quelle: eigene Darstellung

In obiger Grafik siehst Du grafisch und vereinfacht aufgearbeitet, was im elektronischen Handelssystem der Deutschen Börse (XETRA) geschieht, wenn Käufer (Bid) und Verkäufer (Ask) zusammengeführt werden. Diese standardisierten Prozesse (IT-Programme) bieten eine maximale Objektivität, faire Preisentwicklung, hohe Transparenz und sehr geringe Handelskosten samt schneller Abwicklung. Die Eintrittsbarrieren für Investments über die Börsen sind so de facto nicht mehr vorhanden. Für was man früher einen Termin bei einem Wertpapierspezialisten mit den Kontakten zum richtigen Broker benötigte, genügen heute ein paar Taps auf dem Smartphone.

Chancen an der Börse durch Aktien

Eine Aktie wird ja im Regelfall nicht dafür gekauft, damit man eine Aktie besitzt, sondern um an einem Unternehmen beteiligt zu sein. Ein Aktionär ist Inhaber von Unternehmensanteilen – eine unternehmerische Beteiligung.

Zum einen partizipiert man von möglichen Kurssteigerungen der Aktie, wenn sich das Unternehmen positiv entwickelt – die Käuferseite ist stärker ist als die Verkäuferseite und der Marktpreis steigt.

Zum anderen stehen mögliche Dividendenzahlungen von Aktiengesellschaften für eine jährliche Beteiligung am Unternehmensergebnis. Ob Dividenden an die Aktionäre überhaupt ausgezahlt werden und in welcher Höhe, wird auf der Hauptversammlung für die Gewinnverwendung festgelegt.

Kleiner Exkurs: Da ich hier glücklicherweise schreiben kann, was ich will, möchte ich Dir gern einen kleinen Praxistipp mit auf den Weg geben. Wenn ein nichts ahnender Kunde beim Produktvermittler seiner Wahl zum lockeren Gespräch vorstellig geworden ist (Ironie aus), wird auch gern mal eine ausschüttende Strategie verkauft. Das ist dann im Nachhinein alles bisschen undurchsichtiger (besser für den Produktverkäufer), weil jährlich die Dividenden ausgezahlt wurden. Getreu dem Motto „mehr ist immer besser“ werden dann zehn ausschüttende Fonds gekauft, wo alles dabei ist: vom Industrieland bis zum Schwellenland. Stelle dann bitte Deinem Berater die Frage, wieso bei einer Dividendenstrategie (ausschüttende Strategie) auch Schwellenländer mit dabei sind. Das schreibe ich, weil erfahrungsgemäß nur etablierte Unternehmen (aus Industrieländern) regelmäßig und in ordnungsgemäßen Umfang  Dividenden ausschütten – sie haben die notwendigen Ressourcen. Bei kleineren Unternehmen aus Schwellenländern ist das anders – etwaige Gewinne werden eingesetzt für unternehmensinterne Investitionen, um den Geschäftsausbau zu beschleunigen und weiter zu wachsen. Wenn hier der Berater irgendwas von Streuung erzählt und dass das schon irgendwie alles richtig so ist wegen Diversifikation, dann trink bitte Deinen Kaffee aus, esse den Keks oder die Pralinen und gehe danach. Viele Berater haben das Ziel, dass Du viele Produkte in Deinem Depot hast, die Du alle nicht verstehst oder unterscheiden kannst, sodass jedes Jahr zum Beratungsgespräch ein neues Märchen für Umschichtungen (= Geld für den Berater) aufgetischt werden kann. Von A nach B und danach wieder einmal zurück auf Start, gehe nicht über Los.

Mein Onlinekurs zur Geldanlage mit ETFs Anleitung ist beispielsweise derzeit noch für 199,90 Euro erhältlich. Für das, was Du Dir damit in den kommenden Jahren an Gebühren bei Produktvermittlern sparen wirst, ist dieser Preis ein absoluter Witz. Es ist ein kleiner Preis, der absolut jedem die Möglichkeit gibt, seine Vermögensverwaltung selbst zu machen. Für immer. Doch zurück zum Thema ….

Risiken an der Börse durch Aktien

Das Marktrisiko (systematisches Risiko)

Das Marktrisiko oder auch Marktpreisrisiko bzw. Marktpreisänderungsrisiko (jetzt haben wir es 😉) steht für potentielle Bedrohungen der künftigen Marktentwicklung. Das können Preisrisiken sein oder auch Mengenrisiken. Einfacher gesagt: Alles, was man nicht oder kaum beeinflussen kann wie beispielsweise steigende Arbeitslosigkeit infolge einer Weltwirtschaftskrise und damit einhergehendem Kaufkraftverlust und Gewinnrückgängen bei Unternehmen, an denen man beteiligt ist. Flächendeckende Geschichten, die alle betreffen. Beispiele: die Corona-Pandemie, Konjunkturrisiken, Länderrisiken, volkswirtschaftliche Schocks, gesetzliche Auswirkungen wie Verbraucherschutz, Steuern, Kriege, Naturkatastrophen, politische Änderungen, Umweltveränderungen, demografische Risiken oder technologischer Fortschritt. 

Dem Marktrisiko unterliegen alle Marktteilnehmer und es lässt sich nicht diversifizieren. 

Das unternehmensspezifische Risiko (unsystematisches Risiko)

Das unternehmensspezifische Risiko hingegen ist individuell. Es ist nicht flächendeckend und beeinflusst keine gesamten Systeme. Zugehörig sind beispielsweise falsche Entscheidungen im Management einer Firma, schlechte Produktpolitik oder miserables Kostenmanagement bis hin zu Bilanzskandalen wie aktuell beim Zahlungsabwickler Wirecard. Auch der Abgasskandal von Volkswagen ist als unternehmensspezifisches, unsystematisches Risiko einzustufen. 

Der Vorteil ist, dass das unternehmensspezifische Risiko nahezu vollständig durch marktbreite und globale Diversifikation (viele Unternehmen, Branchen, Länder in nur einem ETF) eliminiert werden kann.

2 verschiedene Ansätze: aktiv oder passiv

Auf lange Sicht schlägt der passive Ansatz den aktiven Ansatz mit einem müden Gähnen und ganz ohne schillerndes Hochglanzprospekt mit goldener Schrift und Schleifchen drum. Einfach so. Zudem spart man sich die ganzen Gebühren für das unnütze und überbezahlte Managementteam eines aktiven Fonds.

Auf folgender Seite ist grafisch sehr schön dargestellt, wieviel Prozent aller aktiven Fonds nach 5 Jahren SCHLECHTER performen als der zugehörige Index (= passives Investieren mit ETFs):

https://us.spindices.com/spiva/#/reports

Beispielsweise performen in den USA über 80 Prozent aller aktiven Fonds über einen Zeitraum von 5 Jahren schlechter als der zugehörige Index. Der windige Berater mit dem erschlichenen Vertrauen möchte dem gutgläubigen Kunden nun natürlich erzählen, dass er die 20 Prozent Gewinnerfonds kennt, die besser performen als der Markt. Pustekuchen. Das vermeintliche Gewinnerquartil wechselt jährlich nach dem Zufallsprinzip. Das ist wie Würfeln. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass nach einer Hochrechnung von Herrn Gerd Kommer bei einer jährlichen Umschichtung durch den Berater die Wahrscheinlichkeit, nur diese Gewinnerfonds gehabt zu haben bei 1,3 Prozent liegt. Wer den vorherigen Satz nicht nur gelesen, sondern auch verinnerlicht hat und noch keinen eignen ETF besitzt, der sollte nun starten, die Vermögensverwaltung in die eignen Hände zu nehmen. 

Was auf der Internetseite von SPIVA nicht berücksichtigt wird, sind die ganz speziellen – allzeit hoch angepriesenen – aktiv gemanagten Hedgefonds mit so schlauen Fondsmanagern, die keine Orientierung an Indizes brauchen. Kein Vergleichsindex, kein Vergleich. So einfach ist das. Hauptsache der Traum von Gewinnen bei fallenden Kursen ist noch vorhanden. Sollten dann allerdings einige Jahre ins Land ziehen, ist auch der verpufft. Le(e)hrgeld gehört an der Börse eben dazu – alternativ kann gern die Abkürzung durch meinen oben genannten Online Kurs genutzt werden.

Warum das alles und nicht einfach das Geld auf dem Sparbuch oder Tagesgeld lassen?

All diese Dinge sind wichtig, weil die Lieblingssparform der Deutschen doch tatsächlich das Festgeld- oder eben das Tagesgeldkonto ist. Auf dem Sparbuch werden die Ersparnisse von Negativzinsen und Inflation aufgefressen. Begründung: „Gibt ja nix mehr!“ 

Falsch gedacht. Auf lange Sicht profitieren passive Investoren einer marktbreiten ETF-Strategie vom globalen Wirtschaftswachstum. 

Chart eines ETF auf den MSCI World:

Quelle: https://www.justetf.com/

Achtung unwissenschaftliche Milchmädchenrechnung: 125% durch 13 Jahre = 9,6% pro Jahr vor Steuern. Wow. Da sage mir mal bitte Einer, es gebe keine Alternativen zum Sparbuch. 

Wenn wir nicht mit 9,6%, sondern mit nur 8% für einen Zeitraum von 20 Jahren einen kleinen Vergleich zwischen weltweiter ETF-Strategie und Tagesgeld anstellen, sieht das Ganze dann inklusive ALLER Kosten so aus für 50.000 Euro einmalig und 500 Euro monatlich:

Quelle: ETF-Excel-Tool aus der Geldanlage mit ETFs Anleitung

Differenzbetrag aktive und passive Strategie:

354.219,93 Euro

Zur Erinnerung: mein ETF-Online-Kurs kostet aktuell nur 199 Euro. Wer hier die Möglichkeiten erkennt, dem kann ich nur gratulieren 🙃

Fazit Börse

Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.

André Kostolany

Ein Plädoyer für das passive Investieren – was in der heutigen Zeit mit ETFs einfacher als je zuvor umsetzbar ist. Machen macht auch hier, wie so oft im Leben, den Unterschied.

Stefan Wirth

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Über Stefan Wirth

Schön, dass Du hier bist! Meine Name ist Stefan und ich bin auf einer Mission: ich möchte Dir die Kontrolle über Deine Finanzen wieder in Deine eigenen Hände übergeben – ohne wenn und aber. Du kannst das am besten! Über 10 Jahre lang habe ich wertvolle Erfahrungen an der Börse und in Finanzinstituten gesammelt. Funktionierende Strategien möchte ich jetzt gern an Dich weitergeben. Viel Spaß damit!

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