ETF: sicher, einfach & beliebte Fehler

ETF: sicher, einfach & beliebte Fehler. Erfahre mehr über die Sicherheit und die Einfachheit einer ETF-Strategie und vermeide die klassischen Fehler.
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Sicherheit

ETFs gelten im Vergleich zu Aktien als risikoarm…

…kommt natürlich immer drauf an, welchen Markt der ETF abbildet und auf welche Aktien man sich bezieht, doch im Großen und Ganzen kann ich das so unterschreiben.

Wieso? Ganz einfach:

Beim Wertpapierhandel gibt es zwei grundlegende Risikoarten:

1.) das unsystematische Risiko

Das unsystematische Risiko  wird auch als unternehmensspezifisches Risiko bezeichnet und kann durch Diversifikation vollkommen eliminiert werden. Kurzum: wenn Du Miteigentümer an sehr vielen verschiedenen Unternehmen bist, dann kann auch mal Eines pleite gehen und Du zuckst nicht einmal mit der Wimper. Der Betrugsskandal rund um die Wirecard AG ist ein Paradebeispiel für unsystematisches Risiko. Der Aktienkurs der vergangenen Jahre zeigt eindrucksvoll, dass das unternehmensspezifische Risiko stets da ist und (leider) oftmals überhaupt nicht oder viel zu spät erkannt wird – Diversifikation ist die einzige wirkungsvolle Antwort.

Wenn Du nun nicht tausende Aktiengesellschaften auf der ganzen Welt analysieren möchtest, dann kaufe einfach den MSCI All Country World Index. Dann wäre nämlich das unsystematische Risiko mit einem einzigen Klick minimiert.

2.) das systematische Risiko

Das systematische Risiko kann nicht eliminiert werden. Es ist immer da und betrifft alle Marktteilnehmer. Hierzu zählen politische Ereignisse, Kriege und Naturkatastrophen. Beispiel: Aliens besetzen heute Nacht die gesamte Welt und schaffen den Euro ab. Einfach so. Da kann man nix gegen machen. Es gibt einfach Dinge und potentielle Risiken, mit denen wir leben müssen.

Beliebter Fehler: "Nur auf meinem Bankkonto ist das Geld sicher"

Zitat: „Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland schützt Spareinlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde und Bank.“

Für mich bedeutet dieser Satz: NICHTS ist sicher.

Warum?

Angenommen ich hätte 50.000 Euro auf meinem Sparkonto und die zugehörige Bank geht pleite, weil die klassischen Banken mit unzähligen Filialen im aktuellen Umfeld von niedrigen Zinsen und starkem Konkurrenzdruck von kosteneffizienteren Online-Banken einfach kein Geld mehr verdienen. Dann würde ich doch denken, dass die 50.000 Euro durch den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds sicher sind. Eigentlich. 

Stelle Dir eine Frage: sind 10 Euro in dem Bereich bis zu 100.000 Euro? 

Ja. Denn 100.000 Euro ist der maximale Betrag. Denke gern kurz darüber nach. Kurzum: Es kann (in meinen Augen) durchaus sein, dass nichts sicher ist, sollte eine systemrelevante Bank ins Straucheln geraten. 

Wenn Du jetzt daran denkst, Dein Geld unter das Kopfkissen zu legen oder alles in Goldbarren zu investieren, dann wäre das für mich blinder Aktionismus und ein purer Ausdruck von Angst und Ohnmacht, weil eben auch dann die Ersparnisse von der Inflation aufgefressen werden. 

Die Lösung?

Sondervermögen. Ein herrliches Wort. Vermögen, das per Gesetz eine rechtliche Sonderstellung genießt. Sondervermögen ist von einer Investmentgesellschaft getrennt zu verwalten und zu bilanzieren. Das ist so relevant, weil bei einer Pleite einer Investmentgesellschaft, bei welcher man beispielsweise seine ETFs erworben hat, diese ETF-Anteile Sondervermögen sind und damit NICHT von der Insolvenz betroffen sind. Die Anteile gehören dem Anleger und werden entweder in das Depot eines anderen Brokers, auf eine andere (ähnliche) WKN – also ein ähnliches ETF – umgeschrieben oder Cash auf ein Konto ausgezahlt. Der Anleger entscheidet. Hierzu existieren Strategien und die entsprechenden E-Mails oder Briefe würden rechtzeitig im Rahmen eines Insolvenzverfahrens versendet werden.

Ja, die Einstufung von ETFs als Sondervermögen kann man getrost als sicher bezeichnen. 

Einfachheit

Mir fallen spontan nur sehr wenige Dinge ein, die einfacher sind als ein ETF-Sparplan.

Betrag für Sparplan in Euro pro Monat festlegen, Broker eröffnen, Produkt auswählen, fertig.

Ja, das war die Kurfassung doch genau so läuft es doch in der Praxis ab.

Das schafft wirklich jeder. 

Beliebter Fehler: "Ich kaufe viele ETFs (wie bei Aktien) für eine breite Streuung"

Ein ETF ist keine Aktie… und ein ETF will auch keine Aktie werden.

Oftmals höre ich von von klassischen Einzelwerte-Investoren, dass sie sich jetzt auch ein „ETF-Portfolio“ zusammengestellt haben: im Regelfall so fünf bis zehn Produkte.

Natürlich den DAX, irgendwas mit MSCI World, USA wegen den großen Tech-Giganten, die neue Supermacht China darf nicht fehlen, Asien dazu gemixt und dann noch den ganzen Rest irgendwie mit rein.

Autsch. Fail.

So würde es dann eben genau nicht funktionieren.

Ja, bei Aktien entscheidet die Auswahl und Anzahl der Werte über die Streuung.

Bei ETFs nicht. 

Die Anlagestrategie innerhalb des ETFs entscheidet über die Streuung, nicht die Anzahl der ETFs!

Ich bin der Meinung, dass das optimale „ETF-Portfolio“ aus einem oder maximal zwei (!) Produkten bestehen sollte.

Warum die Dinge unnötig kompliziert machen? Ich halte es gern einfach und übersichtlich. Daher habe ich für Dich einen Schritt-für-Schritt-Plan zum eigenen ETF-Sparplan zusammengestellt (hier klicken!).

Viele Grüße

Dein Stefan

Stefan Wirth

Stefan Wirth

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

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Über Stefan Wirth

Schön, dass Du hier bist! Meine Name ist Stefan und ich bin auf einer Mission: ich möchte Dir die Kontrolle über Deine Finanzen wieder in Deine eigenen Hände übergeben – ohne wenn und aber. Du kannst das am besten! Über 10 Jahre lang habe ich wertvolle Erfahrungen an der Börse und in Finanzinstituten gesammelt. Funktionierende Strategien möchte ich jetzt gern an Dich weitergeben. Viel Spaß damit!

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