ETF-Sparplan eingerichtet. Und dann?

ETF-Sparplan eingerichtet. Und dann? Erfahre in diesem Beitrag, wie es weitergeht, wenn Dein Sparplan läuft und läuft und....
ETF-Sparplan eingerichtet. Und dann?

Ein sorgfältig ausgewählter ETF-Sparplan ist wie ein(e) Partner(in) fürs Leben. Wenn Du die richtige Person gefunden hast, bist Du nicht mehr auf der Suche…

…wäre da nicht dieser Optimierungswahn, von dem wir alle befallen sind! Hier noch eine Kleinigkeit besser machen, da noch eine Ecke ausbessern und zack sind wir gefangen in der Sackgasse der Illusion vom Perfektionismus. 

In Bezug auf eine ETF-Strategie betrifft das leider tatsächlich Viele, denn wer setzt denn eine ETF-Strategie auch wirklich um? Im Regelfall sachlich, rationale Menschen, bei denen emotionale Verkaufsgespräche, an denen nur die Finanzvermittler verdienen, wie leises Windrauschen vorbeifliegen und niemals Gehör finden. Sie wollen Zahlen, Daten, Fakten, Details, mathematische Berechnungen (am liebsten selbst mit Excel programmiert) und kein Bla, Bla, Bla. 

Doch genau da lauert die Gefahr der Never-Ending-Story vom Optimierungswahn. 

Kennst Du den Unterschied von Effektivität und Effizienz? Wenn Du diese Zeilen liest, dann wahrscheinlich schon 😉

Effektivität...

… bedeutet nicht anderes, als die richtigen Dinge zu machen, um ein Ziel zu erreichen.

In Bezug auf die ETF-Strategie ist das eigentlich ganz einfach: 

Effizienz...

… bedeutet nichts anderes, als die richtigen Dinge richtig zu machen, um ein Ziel mit den eingesetzten Mitteln in einem möglichst günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erreichen (ökonomisches Prinzip: Nutzen > Kosten).

In Bezug auf die ETF-Strategie bedeutet das:

Doch der größte Denkfehler ist dieser:

wenn ein Sparplan läuft, wird oft nach Vergleichsprodukten anderer Emittenten oder anderen Brokern gesucht, wo man pro Monat noch zwei oder drei Euro sparen kann. Achtung Falle! Darauf kommt es nicht an. Wichtiger ist es, dass Du Dich darauf konzentrierst, die Höhe Deiner Sparrate durch Investitionen in Dein Humankapital zu erhöhen als bei bestehender Sparrate in den Optimierungswahn zu verfallen. Perfektionismus ist eine Illusion und ich liebe das 80/20 Prinzip. Mit 20% der Arbeit erreiche ich 80% vom Ergebnis und alles andere wäre reine Zeitverschwendung. 

Rechenbeispiel gefällig? Wir gehen einfach in das ETF-EXCEL-TOOL von der Geldanlage mit ETFs Anleitung. Let´s go…

Wir treffen folgende Grundannahmen (einfach so 🙃) für einen ganz klassischen Sparplan und dann wählst Du selbst Option a oder b.

Annahmen:

Sparrate pro Monat 20 % vom 3.000 Euro Netto: 600 Euro

Anlagehorizont: 20 Jahre mit einem ETF auf den MSCI ACWI: 8,00 % p.a.

TER (Gesamtkostenquote) pro Jahr in Prozent: 0,30 %

ATC („Ausgabeaufschlag“) pro Sparrate in Euro: 1,50 Euro

ATC („Ausgabeaufschlag“) pro Sparrate in Prozent: 0,50 %

Ergebnis: 340.122,50 Euro.

Option a) Günstigeres ETF und günstigeren Broker suchen

Wir fahren am Wochenende nicht an den See zum Baden und treffen uns nicht mit Menschen, die uns gut tun, sondern recherchieren und recherchieren, um die bestehende Lösung über den Haufen zu werfen. Wir finden ein günstigeres ETF (mit quasi dem gleichen Inhalt) und einen Broker, der gerade neu am Markt ist und mit gestrichenen Handelskosten für Sparpläne lockt. Folgende Daten haben sich daher geändert:

TER (Gesamtkostenquote) pro Jahr in Prozent: 0,20 %

ATC („Ausgabeaufschlag“) pro Sparrate in Euro: 0,00 Euro

ATC („Ausgabeaufschlag“) pro Sparrate in Prozent: 0,00 %

Ergebnis: 346.969,16 Euro. 

Option b) Sparrate wird erhöht und ETF (TER 0,30%) samt Broker (1,50€ + 0,50%) bleiben bestehen wie in der ursprünglichen Annahme ohne dem Hang zu Perfektionismus

Du verwendest Deine freie Zeit dafür, neue (passive) Einkommensquellen zu erschließen oder bestehende zu erhöhen, indem Du Dich weiterbildest. Du weißt, dass das Pareto-Prinzip in Bezug auf Deinen Sparplan einen grünen Haken hat und kannst nun einfach per Mausklick Deine monatliche Sparrate um 200 Euro auf 800 Euro erhöhen. Folgende Daten haben sich geändert:

Sparrate pro Monat: 800 Euro

Ergebnis: 453.789,97 Euro. 

Was nimmst Du nun: a oder b?

Mit diesem einfachen Rechenbeispiel möchte ich Dir nur verdeutlichen, dass es keinen Sinn macht, etliche Abende im Netz alles hoch und runter zu vergleichen, um die zweite Nachkommastelle zu optimieren. Wichtiger ist es, dass weltweit und in alle Bereiche diversifiziert wird, indem das entsprechende Produkt – also die richtige Strategie – gewählt wird. Wenn Du damit durch bist, belasse es dabei und konzentriere Dich darauf, Deinen eigenen Wert durch Weiterbildungen zu erhöhen und folglich neue Einkommensquellen zu erschließen. 

Viel Spaß dabei und bis bald!

Stefan Wirth

Stefan Wirth

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Über Stefan Wirth

Schön, dass Du hier bist! Meine Name ist Stefan und ich bin auf einer Mission: ich möchte Dir die Kontrolle über Deine Finanzen wieder in Deine eigenen Hände übergeben – ohne wenn und aber. Du kannst das am besten! Über 10 Jahre lang habe ich wertvolle Erfahrungen an der Börse und in Finanzinstituten gesammelt. Funktionierende Strategien möchte ich jetzt gern an Dich weitergeben. Viel Spaß damit!

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