Was sind ETFs? | Exchange Traded Funds einfach erklärt

ETF steht für Exchange Traded Funds. Warum ETFs die perfekte Geldanlage sind und welche Vorteile sie gegenüber den klassischen Fonds haben - jetzt lesen!
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Wenn Du langfristig ein Vermögen aufbauen möchtest, dann bist Du hier genau richtig. Sicherlich hast Du bereits gehört, dass ETFs hierfür die richtige Wahl sind, denn sie sind kostengünstig, chancenreich und flexibel. Doch was ist überhaupt ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Funds

... und bedeutet auf deutsch: börsengehandelter Indexfonds

Okay, hier stecken drei Begriffe drin:

1. Börse

Eine Börse ist ein Markt, der als Treffpunkt von Angebot und Nachfrage konzipiert ist. Ein Kursmakler stellt während der Handelszeiten einer Börse faire Preise für den Kauf und den Verkauf fest. Diese Preise resultieren aus den vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträgen. In Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse wohl am bekanntesten neben den anderen Börsenplätzen in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. Im internationalen Umfeld spielen die Börsenplätze in New York, Tokio und London die wichtigsten Rollen. Während der Börsenöffnungszeiten kann ein ETF problemlos von Dir selbst an der Börse gehandelt werden.

2. Index

Genauer genommen ist hiermit ein Börsenindex gemeint. Dieser hat den Zweck, die Entwicklung eines bestimmten Wertpapiermarktes so genau wie möglich abzubilden. Maßgeblich für die Wertentwicklung des gesamten Index sind die einzelnen Kursentwicklungen aller im Index enthaltenen Wertpapiere in der jeweiligen Gewichtung. Es existieren zahlreiche Indizes auf Aktien, Anleihen, Rohstoffe und auf viele weitere spezielle Märkte und Assetklassen. Steigt beispielsweise der amerikanische Aktienmarktindex Dow Jones Industrial Average um 9% so steigt auch ein ETF auf den Dow Jones um 9%.

Beispiel: Wir haben im letzten Jahr in  5 verschiedene Aktien von Aktiengesellschaften investiert, die verschiedene Konsumgüter herstellen. Die Wertentwicklung der Aktienkurse in Prozent pro Jahr (p.a.) sah im Jahr unseres Investments wie folgt aus:

  • Sonnenschirm AG: +19% p.a.
  • Sonnencreme AG: +8% p.a.
  • Regenschirm AG: -3% p.a.
  • Regenmäntel AG: -1% p.a.
  • Allwetterreifen AG: +11% p.a.

= Gesamtrendite unseres Portfolios (alle Werte): 6,8% p.a.

Problem: Vor unserem Investment konnten wir nicht wissen, ob es ein sonniges oder ein regnerisches Jahr wird. Wenn wir jetzt nur die Regenschirm AG gekauft hätten, hätten wir einen Verlust realisiert. Im nächsten Jahr kann alles wieder ganz anders aussehen…

Lösung: Wir haben in eine (hier relativ kleine) Auswahl von Unternehmen investiert, die Verbrauchsgüter herstellen und je nach Wetterlage gut oder nicht so gut performen. In Summe wurde somit das oben beschriebene Einzelwertrisiko minimiert. Dies wird auch Indexing genannt. Man umgeht das Risiko von einzelnen, risikoreichen Aktien und investiert stattdessen in in einen breiten Markt, der viele Unternehmen repräsentiert. Hier spricht man dann auch davon, dass das „Einzelwertrisiko“ minimiert wurde. Es existieren unzählige Indizes (Mehrzahl von Index) auf verschiedene Märkte, Regionen oder Investitionsideen.

Der ETF: In der Praxis spiegelt ein ETF die Entwicklung von sehr vielen Aktien wieder und nicht lediglich die von fünf aus unserem obigen Beispiel. Angenommen es gäbe keine ETFs und Du willst 10.000 Euro einmalig und 250 Euro pro Monat anlegen, dann müsstest Du entsprechend der von Dir definierten Kriterien (nach beispielsweise Marktkapitalisierung oder nach Bruttoinlandsprodukt) die Gewichtung jeder einzelnen Aktie berechnen und dann sehr viele Kauforders aufgeben. Das ist nicht nur kostspielig, weil jede Order Geld kostet, sondern auch noch zeitaufwendig und unpraktisch. Bei einem Sparbetrag von 250 € und mehreren tausenden Unternehmen wirst Du mehr an Gebühren zahlen als Du in Aktien investieren kannst, bevor Dein Geld alle ist. Hier kommt der ETF ins Spiel. Er spiegelt die Wertentwicklung eine zugrundeliegenden Index 1:1 wieder und hilft Dir dabei, Dein Geld breit anzulegen. Du investierst in einen breiten Markt unter Zuhilfenahme eines börsengehandelten Indexfonds (ETF). So würde beispielsweise ein Index in Punkten für unser Beispiel von oben aussehen:

Indexstand Jahresanfang: 1.000 Indexpunkte

Indexstand nach einem Jahr: 1.068 Indexpunkte

Jahresperformance Beispielindex: 6,8% p.a.

Früher geschah dies mit einem teuren Fonds, bei dem der Finanzvermittler und die Ausgabestelle des Fonds kräftig mitverdienten und der Anleger trotzdem nicht wusste, was er da kaufte. Heute verstehen immer mehr Anleger, dass mit ETFs, einer eigenen Strategie und ein bisschen Spaß an der eigenen Geldanlage eine Rendite möglich ist, die kein Bankmitarbeiter oder Vermögensverwalter nach Abzug der Kosten (❗️) jemals über mehrere Jahre erwirtschaften könnte. Dies gilt für ein 500 € Depot ebenso wie für ein 5.000.000 € Depot.

3. Fonds

Ein Fonds ist vergleichbar mit einem Topf, in welchen viele verschiedene Anleger kleine und große Geldsummen anlegen. Dies kann einmalig erfolgen oder auch ganz bequem per Sparrate jeden Monat. Üblicherweise wird das Geld im Fonds von einem Fondsmanager verwaltet und in den Wertpapiermärkten nach vorab mehr oder minder starr fixierten Regeln angelegt. Aktienfonds beispielsweise legen das Geld in Aktien an und Rentenfonds in festverzinsliche Wertpapiere. Bei gemischten Fonds werden die Gelder in Aktien und in Rentenpapieren angelegt.

Nachteile klassischer Fonds

  • Hohe Handelsgebühren, wenn Kauf über Fondsgesellschaft oder über Vermittler
  • Hohe jährliche Kosten, weil ein Fondsmanager und sein Team bezahlt werden müssen
  • Der Fondsmanager kann im Rahmen seiner Möglichkeiten tun, was er möchte
  • Hohe Kosten zerfressen die Rendite
  • Oftmals das Ergebnis von Vermittlung oder Chart eines willkürlichen Zeitraums

Vorteile ETFs

  • Geringe Handelsgebühren durch direkten Börsenhandel
  • Geringe jährliche Kosten, weil kein aktives Management (ohnehin überflüssig)
  • Transparenz: Inhalt ist durch einen Index klar definiert
  • Durch die Abbildung eines breiten Index wird das Einzelwertrisiko minimiert
  • Günstiger als klassische Fonds, wodurch auch die Rendite besser ist
  • Keine Zusatzkosten für Bankberater, Vermögensverwalter oder Finanzmakler
  • Wenig Zeitaufwand, da eine passive, langfristige Strategie angewendet wird
  • Finanznachrichten und der "nächste Geheimtipp" können ignoriert werden

Das bedeutet: ETFs sind die modernen börsengehandelten Fonds. Nachteile klassischer Fonds entfallen und nach gründlichen Überlegungen ist mir tatsächlich kein Vorteil von klassischen Fonds gegenüber ETF´s eingefallen.

Wie steht es um Rendite und Sicherheit?

Rendite

❌ Falsch: Unerfahrene Anleger denken, dass Rendite nicht mit Risiko verbunden ist. Wenn man nur lange genug sucht, auf Expertenmeinungen hört und ständig Augen und Ohren offen hält, wird man durch Fleiß und schnelles Handeln schlauer sein als der Markt und eine hohe Rendite bei geringem oder kaum vorhandenem Risiko einfahren. 

✅ Richtig: Erfahrene Anleger wissen, dass Rendite immer von Risiko kommt. Wer langfristig eine ordentliche Rendite erwirtschaften möchte, der muss Wertschwankungen in Kauf nehmen. Finanzpornografie und die nächste Story des Beraters können getrost ignoriert werden. Beständigkeit in dem Wissen, was man tut, führt zum Ziel. Langfristig schlägt niemand den Markt verlässlich doch durch Indexing ist eine Jahresrendite von 7 bis 10% pro Jahr auf lange Sicht sehr wahrscheinlich.

Sicherheit

❌ Falsch: Unerfahrene Anleger denken, dass es doch eine sichere Anlage geben muss, die eine Traumrendite von mindestens 10% pro Jahr bei vernachlässigter kleinem Risiko verspricht. Wenn der Berater und das Hochglanzprospekt von dem nächsten Hype schwärmen, wird schon was dran sein. Und sicher soll es sein. Es sind ja Experten. Im Zweifelsfall bleibt das Geld doch auf dem Tagesgeldkonto, da wird es wenigstens nicht weniger und ist sicher.

✅ Richtig: Erfahrene Anleger wissen, dass Sicherheit mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass sich das Vermögen nicht vermehrt, sondern im Regelfall verkleinert. Eine Geldanlage ist so sicher, wie die Wertschwankung es eben zulässt. Wenn das Ziel eine Rendite jenseits der 5% pro Jahr ist, dann müssen Wertschwankungen in Kauf genommen werden. 

konkret: Rendite und Sicherheit in Bezug auf ETF

Die Rendite eines ETF ist abhängig von dem Index, der abgebildet wird. Ein Beispiel: Die Rendite (vor Kosten und Steuern) des MSCI World lag im Zeitraum von 1971 bis 2018 bei +8,1% pro Jahr.

Die Sicherheit eines ETF lässt ebenfalls keine Wünsche offen: Da ein ETF zum Sondervermögen der verwahrenden Depotbank gehört, ist Dein Vermögen auch im Fall einer Insolvenz des Online-Brokers geschützt. Deine Depotpositionen würden einfach zu einem anderen Broker übertragen werden. Des Weiteren kann es sein, dass Dein Depot zeitweilig in den Minusbereich rutscht. Hier heißt es: Ruhe bewahren und weiterhin die gewählte Strategie verfolgen. Im Durchschnitt sind Krisen nach 1,5 bis 5 Jahren ausgesessen und das Depot wieder im Plus. Wenn Du also vor Deinem Investment weißt, dass ETFs eine langfristige Anlage (Optimalfall: über 10 Jahre) sind, dann wirst Du auch entsprechende Erfolge feiern und Dein Depot wird sich bei der oben genannten Durchschnittsrendite einpendeln. Statistische Untersuchungen haben gezeigt, dass Einstiegszeitpunkte hierfür keinen nennenswerten Ausschlag geben, insbesondere nicht bei einem Sparplan. Auf die notwendige Disziplin in der Einhaltung der Anlagestrategie und die Kontinuität kommt es an.

Warum sollte ich nun einen ETF kaufen?

Jetzt wird es spannend: weil es (in meinen Augen) keine sinnvollere Alternative für den Privatanleger gibt. Unabhängig von der Tatsache, dass es kaum einem privaten oder professionellen Marktteilnehmer auf lange Sicht gelingt, die durchschnittliche Marktrendite konstant zu schlagen, fehlt dem Privatanleger meistens das nötige Spezialwissen und die Zeit, um in einzelne (vermeintlich) vielversprechende Aktien zu investieren. Doch was ist die Lösung? Eine Investition in einen weltweiten Aktienindex. 

Beispiel:

Investiert ein Anleger nur in eine einzelne Aktie der Regenschirm AG, welche innerhalb eines Jahres eine negative Entwicklung in Höhe von 3% vollzieht, dann trägt auch der Investor auch dieses Einzelwertrisiko. Wenn der Anleger allerdings in den oben beschriebenen Index aus 5 Aktien mit einem ETF investiert, liegt die Wertentwicklung bei 6,8%. In der Praxis besteht ein Index nun nicht nur aus fünf Aktien, sondern aus tausenden. Die durchschnittliche Rendite auf einen langfristig orientierten Anlagehorizont von über 10 Jahren liegt bei einer weltweiten Strategie in der Regel innerhalb von 7 bis 10% Rendite pro Jahr. Was will man mehr in Zeiten von Niedrigzinsen und Strafzinsen auf Tagesgeldkonten?

Wie oben beschrieben, ist ein ETF während der Börsenöffnungszeiten im Regelfall problemlos zu fairen Kursen handelbar – dies verspricht ein Höchstmaß an Flexibilität. Doch Vorsicht: Bei der Anlage in ETFs sollte man sich darüber bewusst sein, dass dies eine langfristige Strategie ist und die Gewinner werden diejenigen sein, die eine oder auch mehrere Krisen und Crashs an den Börsen aussitzen können ohne emotionsgeladen und vom Herdentrieb der Finanzpornographie getrieben zu verkaufen. Hier entscheidet sich, ob Du Erfolg haben wirst oder zwangsläufig Verluste realisierst, weil Du auf andere hörst und Deine ursprüngliche Strategie damit über Bord wirfst.

Sind ETFs besser als klassische Fonds?

Ja, da sind sich alle einig, die nicht mit dem Vertrieb von überteuerten Finanzprodukten ihr Geld verdienen. Auch Statistiken belegen dies eindrucksvoll. Ich habe gemerkt, dass sich viele Menschen den Interessenkonflikten zwischen Banken, Beratern und vermeintlich unabhängigen Vermögensverwaltungen nicht bewusst sind. Vorab: Alle Berater und Finanzinstitute in einen Topf zu werfen, wäre nicht nur unfair, sondern auch falsch – denn einige machen einen sehr guten Job. Doch was passiert im Regelfall? Du willst Dein Geld gewinnbringend anlegen, es vermehren, Wohlstand aufbauen. Was will nun eine Partei, die zwischen Dir und Deiner Finanzlösung steht? Richtig, Provision für die Vermittlung von Finanzprodukten, Verwaltungsgebühren und und und. Kurzum: Dein Geld. Dies geschieht in der Praxis üblicherweise mit der Vermittlung von klassischen Fonds, an denen die Drittpartei durch die Vermittlung Geld verdient. Wenn Du nun einen Fonds von dem Berater oder dem Institut Deines Vertrauens vorgeschlagen bekommst, denkst Du, dass dieser danach ausgewählt wird, was für Dich am besten passt oder ist es vielleicht das Produkt, welches die höchste Provision für den Vermittler oder Finanzmakler abwirft? Einfache Frage doch die Praxis zeigt leider, dass oftmals dem Kunden die Fonds angeboten werden, die die größten Provisionen für den Vertrieb beinhalten. Auf Dauer kann das nicht funktionieren – zumindest nicht für Dich 😉 Jetzt weißt Du auch, warum Dir Dein Bankberater niemals einen ETF empfehlen wird: er verdient daran kein Geld. 

Einem Großteil der klassischen Fondsmanagern gelingt es nicht ansatzweise, geschweige denn konstant über mehrere Jahre, eine bessere Performance abzuliefern als der Vergleichsindex wie beispielsweise der DAX oder noch besser: der MSCI World. Selbst wenn ein klassischer Aktienfonds eine zufriedenstellende Rendite erwirtschaften sollte, so wird (im Vergleich zu kostengünstigen ETFs) diese meist durch die Kosten aufgefressen und der Anleger geht leer aus.

ETFs sind einfach zu verstehen, praktisch in der Handhabung und kostengünstig.

Stefan Wirth

Stefan Wirth

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Über Stefan Wirth

Schön, dass Du hier bist! Meine Name ist Stefan und ich bin auf einer Mission: ich möchte Dir die Kontrolle über Deine Finanzen wieder in Deine eigenen Hände übergeben – ohne wenn und aber. Du kannst das am besten! Über 10 Jahre lang habe ich wertvolle Erfahrungen an der Börse und in Finanzinstituten gesammelt. Funktionierende Strategien möchte ich jetzt gern an Dich weitergeben. Viel Spaß damit!

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